Vorlesen

Ausarbeitung: Alois Braun aus Freising

  • GG. Art. 5 Abs. 1
  • Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Alois Braun wurde 1892 in Freising geboren und führte ein für die Zeit recht normales Leben für die Zeit. Er überlebte den ersten Weltkrieg, gründete eine Familie und hatte mit seiner Frau sechs Kinder und arbeitete als Lehrer in seiner Heimatstadt. Eine Wende in seinem Leben stellte die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten dar. Braun war ein Gegner der nationalsozialistischen Ideologie und weigerte sich in die NSDAP einzutreten. Er weigerte sich auch, sich dem neuen Regime anzupassen und wurde für seine Aussagen zweimal in sogenannte ‚Schutzhaft‘ genommen, wenn auch nur für wenige Tage. Braun geriet mehrfach in Konflikt mit dem neuen Regime, dass die Meinungsfreiheit vollständig abgeschafft hatte.

 

Um weiteren Schikanen zu entgehen, trat er 1938 in die Wehrmacht ein und führte gegen Ende des Krieges eine Panzerabteilung in Freising. Der Krieg war 1945 verloren, doch die Nationalsozialisten waren entschlossen weiter Widerstand zu leisten. Braun und seine Verbündeten sahen allerdings die Chance, die nationalsozialistische Herrschaft zu beseitigen und führten zahlreiche Truppen in Freising und München in einen Aufstand. Braun besetzten mit seinen Soldaten den Radiosender in Ismaning, um den Nationalsozialisten zuerst ihre Macht über die Medien zu entziehen. Ziel der Freiheitsaktion war neben der Beseitigung des Nationalsozialismus auch die Wiedererrichtung der Meinungsfreiheit unter deren Abwesenheit Braun persönlich gelitten hatte. 

Die SS bekämpfte die Aufständischen energisch. In Freising und München wurden sie besiegt und Braun entkam nur knapp der Hinrichtung. In anderen Gemeinden im Umkreis setzten Widerstandskämpfer die nationalsozialistischen Bürgermeister ab. Teils nur wenige Stunden später befreiten amerikanische Truppen die Städte. Nach wenigen Schüssen ergab sich auch Freising beinahe kampflos.

 

Braun engagierte sich im neuen demokratischen Bayern und wurde Politiker im Kultusministerium. Sein Leben und die Freiheitsaktion Bayern zeigen, wie das Ende der Meinungsfreiheit nicht nur für einzelne Personen ein Problem werden kann, sondern auch die Voraussetzung für den Aufbau einer Diktatur ist. Diese Freiheit ist eine Grundlage der Demokratie und gehört zu den wichtigsten Rechten, die das Grundgesetz heute in Deutschland garantiert. Sie muss immer wieder gegen ihre Gegner und Gegnerinnen verteidigt werden, um die Demokratie zu erhalten.