Ausarbeitung: Die Alte Isarbrücke in Freising
- Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau
- Völkerverständigung, Frieden
- GG Präambel, Art. 8, Art. 26
Urkundlichen Erwähnungen einer Brücke gibt es ab Anfang des 14. Jahrhunderts. Da jedoch die Stadt Freising schon seit dem 8. Jahrhundert Herzogs- bzw. Bischofssitz war und 996 das Marktrecht erhielt, kann man auch schon für frühere Zeiten die Existenz einer Brücke annehmen. Die heutige Brücke an diesem Ort wurde 1893 eingeweiht und 1912 eweitert. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke zerstört. Am 29. April 1945 gegen 18 Uhr wurden die Bögen 1 und 2 von der SS gesprengt, um den alliierten Vormarsch zu behindern. Innerhalb von fünf Tagen wurde an der gesprengten Brücke ein Fußgängersteg aus Holz gebaut. Eine auch von Fahrzeugen befahrbare Brücke wurde von Freisinger Firmen bis zum 2. Juni gebaut. Die Korbiniansbrücke wurde bis 1948 wieder aufgebaut. Dabei wurden die ursprüngliche Kapelle zu Ehren des Hl. Nepomuk auf der Brücke und das Brückentor aus verkehrspolitischen Gründen abgerissen. 2005/2006 wurde die Korbiniansbrücke grundlegend saniert und für den Autoverkehr gesperrt.
Ursprünglich stand dort nur eine einzelne Figur: Nepomuk, der bekannte Brückenheilige. Heute gibt es weitere Statuen, solche, die mit unserem Thema zu tun haben: Korbinian ist der Gründer des Bistums im 8.Jahrhundert. Dann Bischof Otto von Freising, wurde 1138 als Bischof nach Freising berufen und starb im Jahre 1158. Er gilt als der bedeutendste Historiker und Geschichtsphilosoph des Mittelalters. Ferner Bischof Lantpert der 13. Bischof Freisings; er leitete die Diözese von 937-957. Das Volk verehrte ihn als großen Beter und schrieb ihm die Rettung des Dombergs zu. Weitere Statuen zeigen: Bonifatius, die Patrona Bavariae sowie Karolina Gerhardinger, Gründerin der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau. Dieser Orden wirkte jahrzehntelang in Freising in Bildung und Kinderbetreuung. Eine achte und letzte Statue ist für Papst Benedikt XVI. vorgesehen. Nach der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens wurde dieses Vorhaben jedoch Anfang 2022 in Frage gestellt.
Eine Brücke verbindet
Die Freisinger Gruppe der internationale Pax-Christi-Friedenbewegung wollte hier am Ort an historische Erfahrungen anknüpfen: Denn eine Brücke verbindet. Das schien ein sprechendes Symbol für den Einsatz für ein Gedenken an die unaussprechlichen Leiden von Kriegen, für Völkerverständigung, Frieden und Gerechtigkeit. Die Gruppe nahm Kontakt mit Vertretern anderer Religionen auf und lud die Bevölkerung zu einem Friedensgebet auf die alte Korbiniansbrücke. Von pax christi angeregt, trafen sich zum ersten Mal 1989 und in der Folge alle zwei Jahre Christen, Ba ́hai-Gläubige und Muslime. Mit der Zeit kamen Juden, Buddhisten und Hindus dazu. Heute ist diese Tradition leider eingeschlafen. Schade eigentlich, da die die Themen auch heute noch relevant sind und eines langen Atems benötigen.
Literatur
Friedenwege und Kriegspfade, Broschüre von Pax Christi Freising