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Ausarbeitung: Einstellung des letzten Kohlekraftwerks in Bayern in Zolling

  • GG. Art. 20a
  • Kohleausstieg
  • Klimawandel

Seit dem späten 19. Jahrhundert wird in Deutschland Kohle verbrannt, um Energie und Wärme für die deutsche Gesellschaft zu erzeugen. Die Zeitgenossen konnten in dieser technischen Entwicklung durchaus etwas Nachhaltiges entdecken: Die Verwendung von Kohle ersetzt oft das Verbrennen von Holz und schont den Wald, der in diesem Jahrhundert stärker in Anspruch genommen wurde. Umweltschutz gehörte schon damals zu den politischen Themen. Heute wissen wir, dass die Lösung eines Problems auch der Beginn eines neuen war. Die Kohlekraft schadet der Umwelt und ist einer der wichtigeren Gründe für den Klimawandel, der unter anderem durch den Ausstoß von CO2 entsteht. Aber eins wird hierdurch klar: Die Menschen machen sich schon seit Jahrhunderten Gedanken über den Einfluss ihres Verhaltens auf die Natur und versuchen, nachhaltig zu leben. Dass sich das Grundgesetz zur Bewahrung der Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen verpflichtet, ist das Ergebnis einer langen Denktradition in Deutschland.

 

Auch in Bayern wird seit dem 19. Jahrhundert Kohle abgebaut. Und auch in Bayern wird die Kohle zur Energie- und Wärmegewinnung verwendet. Eines der Kohlekraftwerke steht in Zolling. Der Block 5, der Kohle verbrannte, ging 1986 ans Netz, einer Zeit, in der man den Schaden, der durch die Kohlekraft entstand, bereits gut verstand. Man versuchte damals schon, die Effekte kleinzuhalten, und verwendete einen Katalysator, der den Stickstoffausstoß minimieren soll. Für den ‚umweltfreundlichen‘ Betrieb des Kraftwerkes wird durch das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen die ‚Medaille für Verdienste um Schutz, Gestaltung und Vermittlung einer gesunden Umwelt‘ verliehen. Doch trotz aller Auszeichnungen: Für das Klima bleibt das Kraftwerk Zolling ein Problem. 

 

Deutschland verpflichtete sich auf dem G7-Gipfel 2015 zum vollständigen Ausstieg aus den fossilen Energien. Seither schreitet der Kohleausstieg voran. Mit Zolling ging in Bayern 2025 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz; der Rest Deutschlands soll bis spätestens 2038 folgen. In Zolling wird nun Biomasse und Gas zum Einsatz kommen, doch vor allem der Anteil von Wind- und Solarenergie nimmt inzwischen immer weiter zu. An den Klimawandel dachte 1949 bei der Verabschiedung des Grundgesetzes noch niemand, aber umweltpolitische Herausforderungen gab es auch schon damals. Doch ist klar, dass die Erhaltung der Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen auch die Reduktion des ausgestoßenen CO2s enthält; ein Prozess, der in Zolling einen großen Schritt nach vorn gemacht hat.