Ausarbeitung: Stolpersteine
Stolpersteine - weltweit
Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas.
"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.
Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen.
Stolpersteine in Freising
In einer Zeitschrift hat Katharina Prokopp von den Stolpersteinen Demnigs gelesen. Überall dort, wo in deutschen Städten jüdische Mitbürger verschleppt und umgebracht worden waren, hat der Künstler Pflastersteine mit einer Messing-Plakette verlegt. Darauf steht der Name des Nazi-Opfers, seine Lebens-Daten und sein Schicksal: "Deportiert". Das Thema ließ die junge Freisingerin, die aus Polen stammt, nicht mehr los. Was war damals in ihrer Stadt passiert? Hatte das Hitler-Regime dort auch Menschen in die Flucht getrieben, in Lager geschleppt, umgebracht? Die Schülerin stürzte sich in die Recherche - und wurde im Stadtarchiv rasch fündig. Sie arbeitete sich durch alte Zeitungsartikel, sie wertete eine Facharbeit zum Thema aus, sie las Bücher. Am Ende standen vier Namen: Die Familien Holzer, Neuburger, Schülein und Levin - 13 Menschen, 13 Opfer des NS-Regimes.
Steine zum Darüberstolpern sind es nicht – das geht aus Sicherheitsgründen nicht; daran geistig hängen zu bleiben, innezuhalten und der unrühmlichen Geschichte zu gedenken, ist der Sinn. Die Stolpersteine sollen an die Opfer des Naziregimes in Freising erinnern.
Jeden Tag –
machen wir Schritte in unserer Stadt
und darüber hinaus. Da gibt es Orte
und Pfade, die immer wieder und von
vielen begangen werden.
Meistens haben wir etwas zu besorgen.
Manchmal aber wird uns bewusst:
Wir gehen, wo andere auch
gegangen sind und wo sie zielstrebig
wie wir ihre Dinge besorgt haben.
Und wo sie auch, irgendwann einmal,
Entscheidungen treffen mussten.
Dann erinnern wir uns vielleicht an
Ereignisse, die zur näheren oder
ferneren Vergangenheit unserer
Stadt gehören.
Wir selbst werden einmal Teil dieser
Geschichte sein. Eine Geschichte,
die sich jetzt bereits abzeichnet,
so oder so.
Mit jedem Schritt, den wir heute tun.
pax christi - wir über uns: menschen machen frieden - mach mit.
Unser Name ist Programm: pax christi. Der Friede Christi war vielen Menschen im zerstörten Europa am Ende des Zweiten Weltkrieges Hoffnung für einen friedlichen Neuanfang im Zusammenleben der Völker.
Aus diesem Geist heraus haben sich Menschen aus ehemals verfeindeten Nationen, v.a. Deutsche, Franzosen und Polen, versöhnt. Es entstand die pax christi-Bewegung, die heute in über 60 Ländern der Welt aktiv für Frieden und Gerechtigkeit eintritt. Es erwuchs eine Praxis, in der Menschen trotz Rückschlägen immer wieder neu gegen Krieg und Ungerechtigkeit ihre Stimme erheben und Menschen zum Frieden bewegen.
In Freising gibt es Pax Christi seit über 30 Jahren. Das Projekt Friedenswege und Kriegspfade haben schon zahlreiche Gruppen, Schulklassen und Einzelpersonen begleitet (Kontakt: Katholisches Kreisbildungswerk Freising).
Quelle & Kontakt
Ernst Fischer, Kirchdorf, fischer.freising@t-online.de
Fotos @ Ernst Fischer, Privatarchiv